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        21.04.2010
        14:45

        Ein Pferd springt so hoch wie es muss

        Wenn ich ein entscheidendes Kriterium für den Sieg des kapitalisitischen über das kommunistische System nennen sollte, wäre es die Subtilität der Propaganda.

        Nun ist die Konkurrenz weg, oder jedenfalls nicht mehr monolithisch (und somit leicht zu treffen), da fängt man schnell an zu schlonzen, oder was?

        Wenn es doch so einfach wäre. Für mich entspringt das leider dem gleichen Zeitgeist wie die Aussage: "Either you are with us, or you are with the terrorists.". Weit hergeholt? Zu konstruiert? Vielleicht. Aber mir will keine andere Erklärung für eine positive Darstellung von Marionetten einfallen. Seine Ausbeutung derart bejahend zu zelebrieren (sich selbst — unpassende Formulierung für eine Marionette — auf den Po klapsend) ist für mich nur nur als eine Art "Team America" für Opportunisten verständlich.

        Werden Sie Bobo-Pate!

        Das Bobo-Phänomen ist eine Antwort auf das diffuse Fragerudiment, dass ich mir über die letzten Jahre zusammengebastelt habe. Eine konsistente Beschreibung, die — kurz gesagt — die Logik der Gentrifizierung einerseits als (gewolltes) Ergebnis einer den veränderten Produktionsverhältnissen angepassten großstädtischen Standortpolitik beschreibt. Andererseits, das sagt der Artikel nur implizit, ist die Konkurrenz der Bobos untereinander als Motiv für die zunehmenden sozialen Abgrenzungsstrategien zu sehen, die im Begriff der "kreativen Klasse" als Anspruch formuliert werden. (Die Rennaissance des Begriffs "Klasse" ist zweifellos kein Zufall.) Durch die unsichere materielle Situation vieler Bobos — das gilt im Übrigen nicht nur für Bobos, sondern für die meisten Menschen — wächst das Bedürfnis, die Konkurrenz (v.a. um Arbeit / Einkommen) so gut es geht, zu unterbinden. Es erklärt sich von selbst, dass das am besten gegenüber weniger privilegierten Menschen funktioniert.

        Einige persönliche (und, um ehrlich zu sein: verstörende) Erlebnisse der vergangenen Jahre lassen sich durch diese Überlegungen erklären. Feindselige Blicke, nicht-Grüßen, demonstratives Abwenden, oder, mein Favorit: jemand der, mir entgegenkommend, plötzlich in "meine Spur" wechselt. Ich hatte ja keine Ahnung, wie verzweifelt diese armen Menschen sind. Das sind Hilferufe.

        Daher mein Aufruf: Care-Pakete nach Boboville. Wir müssen endlich Verantwortung übernehmen und unseren Beitrag zur sozialen Ausgeglichenheit leisten. Jeder finanziell abgesicherte Bobo mehr ist ein arrogantes Arschloch weniger. Versprochen.

        Zwischen Lüge und Wahnsinn

        Auch wenn A. sagt, dass das so formuliert so ziemlich alles beinhaltet (mithin nicht erwähnenswert ist), habe ich gerade genug Rotwein getrunken, es dennoch kund zu tun.
        Ich hatte ein spirituelles Erlebnis. Mit allem drum und dran. So müssen sich Schamanen im Erdloch fühlen. Die ganze Geschichte würde ziemlich lange dauern und wäre wohl auch nur bedingt spannend (selbst für ein Blog), daher nur Stakkato. Ich erzähle es aus der damaligen Perspektive, bitte nehmt es nicht allzu ernst, nüchtern bin ich deutlich reflektierter:
        Ich habe mit einem alten Freund das WM-Qualifikationsspiel Russland-Deutschland in einer (wie sich herausstellen sollte) russisch geführten Kneipe gesehen. Wir waren schon ziemlich gut dabei, als er in der Halbzeitpause eine Sportzigarette auf den Tisch legte. Obwohl ich schon eine Weile nicht mehr im Training bin, war ich dabei.
        Zur zweiten Halbzeit gesellte sich dann ein junger Türke (das behauptete er, ich WUSSTE aber, dass er Russe ist) zu uns (er wurde von DENEN geschickt, um unser Qì zu absorbieren, da ich im Begriff war, die Sirene, verkörpert durch die Barfrau, mental zu bezwingen), und wir kamen ins Gespräch. Wie gesagt spare ich einen Großteil der Handlung aus, nur so viel: Wir kommunizierten auf allen Ebenen, dann schalteten sich sämtliche Anwesenden ein und formierten sich zu einem dithyrambischen Chor, der mir (um mit den Wachowskis zu sprechen) die rote Pille anbot. Allein die Wehen waren aber schon so heftig, dass ich den Schwanz einzog und um Gnade winselte, die mir auch gewährt wurde.
        Ich habe das dann, wieder nüchtern, so interpretiert: Sich auf spirituelle Erfahrungen einzulassen (Religion, Esoterik, Matrix etc) führt in den Wahnsinn (jedenfalls aus diesseitiger Perspektive). Es nicht zu tun bedeutet, diese Erfahrung zu leugnen, also zu lügen. Beides hat etwas dogmatisches. Demnach pendelt ein freier Geist immer zwischen Wahnsinn und Lüge.
        Also wie gesagt, nehmt das nicht allzu ernst. Wie sagte A. sinngemäß: Deswegen sollte man das mit den Sportzigaretten nicht übertreiben.

        Viraler Diebstahl

        Mir wurde jetzt zum zweiten Mal die Reflektor-Blende in der Stoßstange meines Golf III geklaut. (Ja ich habe ein Auto in Berlin, ja, ich weiß, ja, aber trotzdem.) Die ist nicht geschraubt oder sonst gesichert, man kann sie einfach mit einem Schraubenzieher herausziehen. Beim ersten Mal habe ich mir nicht viel dabei gedacht, da es vor allem ein kosmetisches Problem ist. Nach ein paar Wochen habe ich mir eine neue geholt und gut. Wieder einige Wochen später, war dann die auf der anderen Seite weg. Derart sensibilisiert fiel mir auf, dass total viele Golf III (bzw. verwandte Modelle) ohne Reflektor-Blende in der Stoßstange fahren.
        Ich weiß nicht, ob das ein Berliner Phänomen ist. Und ich weiß nicht, ob das ein Golf III Phänomen ist (bzw. aller verwandten Modelle). Vielleicht gibt es das für eine ganze Reihe von Modellen und Marken, so ein kleiner Fehler im Detail, der für Aufruhr sorgt, dabei aber nur den unmittelbar Betroffenen bekannt ist.
        Jedenfalls finde ich das spannend. Vielleicht die Guerilla-Akquiseaktion eines großen deutschen Autoteilelieferanten? Oder der Versuch des Herstellers, die Golf III Klientel zum Neuwagenkauf zu bewegen? Spaß beiseite. Ganz offensichtlich gilt der kategorische Imperativ auch im Umkehrschluss.

        Nicht kalt werden

        Am letzten Freitag war ich auf einer Abschiedsfeier. Die Lebensgefährtin eines alten Freundes tritt nach erfolgreicher Promotion (für meine nicht-Akademiker-Freunde: gemeint ist das lateinische Wort) einen Job in München an. Je später der Abend, desto wehmütiger wurde die Runde. Neben melancholische Seufzer traten zunehmend Äußerungen der Besorgnis. Sie solle keinen Scheiß machen, und mein/ihr Freund solle auf sie aufpassen.
        Auf den ersten Blick sicher die üblichen Floskeln. Aber ich denke, es steckt mehr dahinter. Der Kontrast zwischen Berlin und München ist, zugegeben, schon sehr groß. Aber auch bei Umzügen an andere Orte habe ich solche oder ähnliche Bemerkungen schon gehört. Es ist kein Geheimnis, dass Berlin zwar ein begehrter Ort ist, um sich zu qualifizieren und dabei eine gute Zeit zu haben. Doch die wenigsten können dann hier aus ihren erworbenen Fähigkeiten bzw. Auszeichnungen Kapital schlagen.
        Berlin ist ein Durchlauferhitzer. Und da Menschen klüger sind als Wasser, wissen sie, dass sie niemals wieder so heiß sein werden.